Ein Leben ohne Anfang
Dan ist 18 Jahre alt, hat klare braune Augen, kurze Haare und kräftige Hände. Sein Blick wirkt älter, als er ist. Vielleicht, weil sein Leben früh begonnen hat, ohne wirklichen Anfang.
Denn seine ersten Erinnerungen beginnen nicht in einer Familie. Sie beginnen bei Concordia. Dan weiß nicht genau, warum er in der Organisation gelandet ist. Es ist klar, dass Gewalt, Alkoholmissbrauch und Obdachlosigkeit die örtlichen Behörden zum Handeln zwangen. Als die Behörden eingriffen, war Dan noch ein kleines Kind.
Auch heute weiß er kaum etwas über seine Herkunft. Seinen Vater hat er nur einmal gesehen, er ist mittlerweile verstorben. Seine Mutter lebt noch, doch eine echte Beziehung gab es nie.
Kindheit mit Halt und Wärme
Mit drei Jahren wurde kam Dan zu Concordia. Ein Ort, der für ihn alles veränderte. Er wuchs in einer Wohngruppe mit anderen Kindern auf. Pädagoginnen und Pädagogen gaben ihm Struktur, Nähe und Sicherheit. Denn oft fehlen genau diese Dinge. Verlässliche Erwachsene, die bleiben. Ein Alltag, der Halt gibt.
Dan erinnert sich nicht an Angst. Er erinnert sich an Spielen. An Freundschaften. An Geborgenheit. Obwohl er in einem Heim aufgewachsen ist, habe er sich nie anders gefühlt habe als andere Kinder.
Für viele Kinder in der Republik Moldau ist das nicht selbstverständlich. Armut betrifft einen großen Teil der Bevölkerung. Besonders Kinder wachsen oft unter schwierigen Bedingungen auf. Ohne Unterstützung bleibt ihnen der Weg in ein selbstbestimmtes Leben oft verschlossen.
Dan, 18 Jahre, aus Moldau
Was ohne Hilfe geblieben wäre
Manchmal denkt Dan darüber nach, wie sein Leben ohne Concordia verlaufen wäre. Er kennt die Antwort. Wenn er bei seiner Familie geblieben wäre, hätte er schon als Kind arbeiten müssen. Auf den Feldern, früh am Morgen, ohne Frühstück. Schule wäre Nebensache gewesen. Seine Schwester, die einige Jahre älter ist, ist diesen Weg gegangen. Sie hat früh verheiratet. Ohne Ausbildung. Ohne Perspektive. Heute lebt sie wieder bei der Mutter, in einem Haus, das kaum noch bewohnbar ist.
„Jetzt wird mir klar, wie viel Glück ich hatte, aus dieser Umgebung herausgeholt worden zu sein.“, weiß Dan.
Eine Familie, die trägt
Mit 15 Jahren wechselte Dan zu Concordia Pflegeeltern. Dort lernte er etwas Neues kennen. Familie.
Dan nennt seine Pflegeeltern heute Mama und Papa. Er erlebte, was es bedeutet, gesehen zu werden. Unterstützt zu werden. Einfach Kind sein zu dürfen. Sein Pflegevater wurde zu seinem Vorbild. Ein Mann, der ruhig spricht. Der ohne Gewalt erzieht. Der zeigt, was Verantwortung bedeutet.
„Ich denke wie mein Vater, ich rede wie mein Vater“, sagt Dan und lächelt.
Diese Erfahrung prägt ihn bis heute.
Der Weg ins eigene Leben
Heute lebt Dan in einer betreute Wohngemeinschaft für Jugendliche von Concordia. Er arbeitet viel. Lernt. Liest. Treibt Sport.
Und er hat seinen Platz gefunden. In einer Küche in Chișinău. Dort arbeitet er als Koch. Mit Leidenschaft. Mit Stolz. Er ist inzwischen Sous-Chef. Und er hat ein klares Ziel. Er möchte Küchenchef werden.
Warum Ihre Unterstützung zählt
Dans Geschichte zeigt, was möglich ist. Wenn ein Kind rechtzeitig Unterstützung bekommt. Wenn jemand hinsieht. Wenn jemand bleibt.
CONCORDIA begleitet Kinder langfristig. Mit Betreuung, Bildung, psychologischer Unterstützung und echten Perspektiven. Genau diese Kombination hilft, den Kreislauf der Armut zu durchbrechen.
Ein junger Mann mit Zukunft
Dan steht heute fest im Leben. Er weiß, wo er herkommt. Und wohin er will.
„Ich hatte vielleicht keine typische Familie. Aber ich hatte immer meine große CONCORDIA Familie“, sagt er.
15 Jahre Begleitung. Ein Leben, das eine neue Richtung genommen hat. Und ein junger Mann, der seinen eigenen Weg geht. Schritt für Schritt. Mit Mut. Mit Können. Und mit einer Zukunft, die ihm gehört.
