Kinderschutz-Projekte

ProtectMe

Concordias derzeit laufendes Projekt „ProtectMe" zielt darauf ab, die Kinderschutzpolitik in der Kinderbetreuung zu stärken und die Dienstleistungen für Familien in Bulgarien, Rumänien und der Republik Moldau zu verbessern, indem einerseits direkt mit Kindern und Jugendlichen und andererseits mit Betreuungsfachkräften gearbeitet wird. Durch eine Reihe von Aktivitäten wie interaktive Workshops, Outdoor-Veranstaltungen und Exkursionen werden Kinder und Jugendliche über ihre Rechte aufgeklärt und ihre Kompetenzen zur Erkennung und Meldung von Missbrauchs- oder Gewaltversuchen gegen sie kontinuierlich erweitert. Diese Aktivitäten helfen ihnen auch, Stress abzubauen und ihre Widerstandsfähigkeit zu erhöhen. 

Darüber hinaus wurde im Rahmen des Projekts eine Broschüre mit einer kindgerechten Version der Concordia-Kinderschutzpolitik in Bulgarisch, Rumänien, Albanisch, Englisch, Deutsch erstellt. Daraus entstand eine neue Idee, die derzeit umgesetzt wird: die Produktion eines Animationsvideos zur Kinderschutzpolitik, um sie auch für die Kleinsten verständlich zu machen.

Neben den Aktivitäten mit den Kindern wurden Fachleute von Concordia und von lokalen Behörden durch nationale und regionale Workshops, Schulungen und Konferenzen über Kinderschutzstandards angesprochen. Sie konnten ihr Wissen über die Prävention von Missbrauch und Vernachlässigung, die notwendigen Reaktionen in Missbrauchsfällen und den Einsatz von Instrumenten zum Schutz von Kindern erheblich erweitern. Nicht zuletzt werden 16 Concordia-Fachleute aus Bulgarien, Rumänien, der Republik Moldau, dem Kosovo und Österreich im Mai 2022 an einer geplanten Studienreise teilnehmen, die ihnen die Möglichkeit bietet, sich mit Kinderschutzfachleuten aus anderen europäischen Ländern auszutauschen und von bewährten Verfahren in diesem Bereich zu lernen. Das Thema dieses Austauschs wird sich auf erfolgreiche Instrumente zur Prävention von häuslicher Gewalt und Missbrauch gegen Kinder konzentrieren.
 

EduSafe

Ein weiteres wichtiges Projekt - "EduSafe" - wird in Bulgarien, Rumänien und der Republik Moldau durchgeführt und zielt auf den Schutz von Kindern in Bildungseinrichtungen ab. Dies geschieht durch einen mehrdimensionalen Ansatz, der sich an verschiedene AkteurInnen auf allen Ebenen richtet: Lehrkräfte und pädagogisches Personal werden über alle Aspekte von möglichem Missbrauch, Gewalt und Mobbing informiert und darin geschult, die Grundsätze und Maßnahmen zum Schutz von Kindern in ihrer täglichen Arbeit anzuwenden.

Eltern von Kindern aus Kindertagesstätten sowie aus Partnerschulen und -kindergärten erhalten Beratungsgespräche zur Prävention von Missbrauch und Gewalt, um ihre Erziehungsfähigkeiten zu verbessern. Die Kinder werden für Gewalt im Allgemeinen und Themen wie Mobbing in der Schule, missbräuchliches Verhalten und Vernachlässigung im Besonderen sensibilisiert. Sie werden auch ermutigt, über ihre Erfahrungen, ihre Gedanken und ihr Verständnis von Gewalt, über Missbrauchssignale und ihre Wünsche hinsichtlich eines sicheren Umfelds in der Schule und in den Kindertagesstätten zu sprechen.

Eine wichtige Erkenntnis aus diesem Projekt ist die Aktualität von Kinderschutzthemen in Institutionen und in Familien. Schulen und Kindergärten brauchen mehr Unterstützung von staatlicher Seite, um Fachkräfte zu berechtigen, Rückmeldungen über Fälle von gewalttätigem Verhalten gegen oder unter Kindern zu geben. Kinder, die nicht angemessen unterstützt werden, haben ein hohes Risiko, schlechte Leistungen zu erbringen und die Schule vorzeitig abzubrechen.

Dieses Projekt beinhaltete auch einen Studienbesuch von 12 Concordia-Fachkräften aus Bulgarien, Rumänien, der Republik Moldau, dem Kosovo und Österreich, die nach Ungarn reisten und vier Organisationen, darunter eine staatliche Einrichtung, besuchten, die im Bereich des Kinderschutzes, der Arbeit mit Kindern, die Opfer von Missbrauch geworden sind, und mit Kindern mit problematischem Verhalten sowie mit solchen aus ethnisch marginalisierten Familien (Roma) tätig sind. Dieser Austausch war eine hervorragende Gelegenheit, Einblicke zu erhalten, wie andere Organisationen und Institutionen das Thema Kinderschutz und Kinderrechte angehen, und ihr Wissen und ihre Kapazitäten für ihre tägliche Arbeit weiter ausbauen. 

Stärkere Familien, stärkere Kinder

Die Stärkung von Pflegefamilien und gemeindenaher Betreuung als Alternative zur Heimunterbringung steht im Mittelpunkt eines Projekts, das in der Republik Moldau durchgeführt wird. Im Rahmen von "Stärkere Familien, stärkere Kinder" werden junge Menschen über ihre Rechte auf Schutz und Entwicklung aufgeklärt und in ihren Fähigkeiten gestärkt, an ihren individuellen Entwicklungsplänen mitzuwirken. Pflegeeltern und PädagogInnen aus Heimen nehmen an Workshops zur Verbesserung der elterlichen Fähigkeiten im Hinblick auf traumainformierte Pflege und Prävention von Vernachlässigung und Missbrauch teil. Sie erweitern ihr Wissen darüber, wie sie die Kinder bei der Entwicklung ihrer Kommunikationsfähigkeiten und ihrer emotionalen Reife unterstützen können. Infolgedessen verbessern die Kinder ihre Stressresistenz und entwickeln eigenständige Lebenskompetenzen.

Das Projekt beinhaltet auch eine Zusammenarbeit mit den Sozialhilfediensten von elf Bezirken in der Republik Moldau. Im Rahmen von Workshops mit Concordia-ExpertInnen verbessern die Fachkräfte der familienorientierten Dienste die Instrumente zur Überwachung und Bewertung der Kinder in den Einrichtungen.      

Kompetente und gut ausgebildete Kinderschutzfachkräfte sind der Schlüssel dafür, dass Kinder in einer sicheren, liebevollen und geschützten Umgebung aufwachsen und alle notwendigen Fähigkeiten, einschließlich emotionaler Stabilität, entwickeln können, um gesunde und aktive Mitglieder der Gesellschaft zu werden.

Better Off

Aus diesem Grund führt Concordia ein weiteres Projekt mit dem Namen „Better Off" durch, dessen Ziel es ist, die Qualität der sozialen Dienstleistungen im Bereich der Kinderbetreuung sowohl in Rumänien als auch in der Republik Moldau zu verbessern. Durch qualitativ hochwertige Schulungen, die von Concordia Academia - einem Zentrum für die Professionalisierung von Personal - angeboten werden, erhöhen die Concordia-Fachkräfte ihre Kapazitäten, um den Transformationsprozess zu bewältigen und qualitativ hochwertige alternative Betreuung und gemeinschaftsnahe Dienstleistungen für Kinder und ihre Familien in den beiden Ländern anzubieten. Die Verbreitung einer Kultur des Kinderschutzes in mehr als 36 Organisationen verbessert die Situation von Kindern, Jugendlichen und Familien, die von besser informiertem und besser ausgebildetem Personal profitieren. 

Transforming Institutional features

In einem anderen Projekt, das derzeit in Rumänien läuft - "Transforming Institutional Features" - wird Kindern, die in zwei Heimen in Ploiesti (in der Nähe von Bukarest) und Prahova (Südostrumänien) leben, multidisziplinäre Unterstützung geboten. Mit dem Ziel, diese beiden Zentren in kleine Gruppenheime oder familienähnliche Modelle alternativer Betreuung umzuwandeln, erhalten die Kinder Zugang zu PsychologInnen, SprachtherapeutInnen, Sozialhilfe sowie pädagogischer und medizinischer Unterstützung.

Kinder, die in ihre Herkunftsfamilien oder in Pflegefamilien reintegriert werden können, erhalten vor und nach der Reintegration mindestens sechs Monate lang alle notwendige Unterstützung. Die Kinder werden ständig in die Entscheidungsprozesse über ihre Zukunft einbezogen, und Jugendliche, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, werden bei ihrer sozialen und beruflichen Wiedereingliederung von einem multidisziplinären Team unterstützt.

Die MitarbeiterInnen werden regelmäßig geschult und supervidiert, wodurch ihre Belastbarkeit und ihre Fähigkeit, auf die Bedürfnisse der Kinder professionell einzugehen, gestärkt werden. Eine weitere Maßnahme im Rahmen des Projekts ist der Austausch von Fachwissen zwischen NROs sowie privaten und öffentlichen Dienstleistern. Darüber hinaus werden die lokalen Behörden durch Sensibilisierungsmaßnahmen für die Bedürfnisse von Kindern in Betreuung und für die notwendige Bereitstellung lokaler integrierter Dienste zur Stärkung der Familien und zur Verhinderung von Familientrennungen angesprochen. 

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